Aktuelles im April 2006
23. April 2006
Weiße Gasse, aufstrebendes Dresdner Kneipenviertel
"Ab 20 Uhr werden im Zentrum die Gehsteige hochgeklappt." Dieser Ausspruch, wenn er denn pauschal je so gültig war, gilt nicht mehr. Dresden hat jetzt mitten in der Altstadt zwischen Rathaus und Wilsdruffer Straße das, was andere Städte wie Köln, Düsseldorf oder Leipzig längst haben: pulsierendes Leben, angetrieben durch die Idee von Woba-Gewerbemanager Dirk Hartmann und einigen Gastronomen, in der Weißen Gasse eine dichte Kneipenmeile zu entwickeln.
Und diese Meile entwickelt sich jetzt rund um die Weiße Gasse zu einem Kneipenviertel. Erst kürzlich haben das Fischrestaurant "Capetown Seafood", der Italiener "Osteria", die Karibik-Bar "Mangoo", das "Aroma" und das Grandcafé "Campino" neu eröffnet.
Allen Unkenrufen zum Trotz hat sich seit 2002 ein gastronomischer Kontrapunkt zu Münzgasse und Äußerer Neustadt etabliert - wenn auch auf Kosten einiger Mieter, die ob des neuen Kneipentrubels entnervt umgezogen sind. Schon 2005 gab es neun neue Gaststätten in der Weißen Gasse. Zählt man die direkte Nachbarschaft an Altmarkt und Kreuzstraße hinzu, sind es nun 17 gastronomische Einheiten - nicht eingerechnet das alternative Ladencafé "aha" an der Kreuzkirche, der Chinese "Mandarin" und die Kneipe "Trödelkaffee" in der Gewandhausstraße. Dort soll es 2007 stürmisch weitergehen mit neuer Gastronomie. Hartmann: "Wir haben diverse Anfragen dafür. Wir suchen noch Betreiber mit besonders individuellen Konzepten, die in das Gesamtbild des Kneipenviertels passen."
Anders als in der Münzgasse oder am Taschenbergpalais gibt es in der Weißen Gasse einen bunten Mix aus Touristen und Einheimischen, aus Feriengästen und Werktätigen, aus Auszubildenden und Schülern, ergänzt durch Kommunalpolitiker aller Couleur. Denn längst gehen nicht nur Bürgermeister und die Rathaus-Angestellten in der Weißen Gasse Mittag essen, auch die Fraktionen haben sich für abendliche Treffs dort eingerichtet. So trifft sich im "Gänsedieb" vornehmlich die linke Klientel, während der "Fliegende Holländer" der CDU vorbehalten ist.
« Übersicht Aktuelles anzeigen